Protokoll mal anders – Absolventen – Netzwerktreffen CA       03./04.06.2009 in  Aachen

Dabei waren:
Oliver Burba
Markus Classen
Iris Friese
Renate Kaeller
Walter Spreckelmeyer

03.06.2009 ein Erlebnisbericht

Ab 14 Uhr trudelten wir nach und nach im Drehturm Belvedere ein und hatten bei klarer Sicht schnell einen Überblick über Aachen’s Sehenswürdigkeiten. So soll es sein, gut geplant und effizient. Wir konnten mit uns bei uns ankommen und genossen einen kleinen Imbiss und die tolle Aussicht.
Vielen Dank  dafür.

Nach kurzem regen Austausch ging es an die erste Herausforderung.

Das Treffen stand unter dem Motto „ Raus aus der Komfortzone“
Was können Outdoor Veranstaltungen im Coaching Kontext leisten?

Ab 16 Uhr
Also, learning by doing! Angeschnallt wie echte Bergsteiger und ausgerüstet mit Karabinern und Rolle ging es im Kletterwald Aachen zur Einführung.
Ein kompetenter junger Mann erklärte uns, worauf wir achten mussten und sorgte sehr konsequent im Übungsparcour dafür, dass wirklich jeder seine Karabiner blind beherrscht und sich immer einer am Seil befindet.
Alle hatten sich dafür entschieden mitzumachen, trotz Höhenangst.
Wir hatten die Wahl zwischen 6 verschiedenen Schwierigkeitsstufen.
Den ersten haben wir gemeinsam gemeistert. Danach entschied jeder für sich nach Höhenwunsch und Schwierigkeit.
Ich fand es spannend, auch als Einstieg zum Einzelchoaching.
Durch die Karabinerflutwelle, beide Hände am Seil, mit der linken Hand blind ein und ausklinken (very gehirngerecht), war ich sehr schnell total aus dem Alltag raus und ganz bei mir. Ich musste mich so konzentrieren, dass für Höhenangst keine Zeit war. Mir hat es viel gebracht, ich werde es meinen Kunden auch anbieten.
Was die fünf Säulen angeht, bekommt der Coach einen guten Einblick in die Persönlichkeit und auch gesundheitliche Probleme werden schneller sichtbar als im Gespräch. Ich hatte meine Komfortzone verlassen und meinen inneren Schweinehund besiegt. Zum Schluss Rolle eingehängt und wie Tarzan in 16 Meter Höhe durch den Wald sausen, manchmal konnten wir das Ende des Seils, nicht sehen.
Oder ein nettes gelbes Schild ordnete „bitte Bremsen, schnelle Bahn“ an. Psychologische Kriegsführung war auch dabei, sicherlich damit wir nicht übermütig werden. Aus etwas Höhenangst und Skepsis (wieso Geschicklichkeitstraining mit Höhe verbunden werden sollte) wurde der totale Spaß und den meisten anderen ging es auch so.
Dr. Spreckelmeyer hat uns alle erstaunt, er hatte so ein Blitzen in den Augen und kein Baum war zu hoch und keine Übung zu schwierig, er hat die meisten Parcours bewältigt. Hut ab.

ab 19 Uhr
Abends haben wir es uns gut gehen lassen. Im „Cafe de frites“ auf der Belgischen Grenze
gab es Luxus und Dekadenz…..Champagner und belgische Fritten, eine schöne Belohnung für unseren Mut.

Der nächste Tag 04.06.2009

ab 9 Uhr
Am nächsten Tag ging es in den Stall, irgendwie hatte ich vorher so gar keine Vorstellung wozu das gut sein soll. Aber das Pferd als Co-Ccoach funktioniert wirklich.
Frau Kaeller gab uns eine kurze Anleitung im Umgang mit den Pferden und Basiswissen über die Sinne der Tiere.
Bei der ersten Übung sollten wir nur genau beobachten und dann die Beziehungen zwischen den Tieren beurteilen. Aktiv hinschauen war gefragt.
Bei der Auswertung ist wieder sehr schön klargeworden, dass jeder seinen Blickwinkel sehr unterschiedlich eingestellt hatte.
Bei der zweiten Übung sollten wir einen Kontakt zu den Tieren herstellen.
Allein zu dem Pferd auf die Weide…..auch diese Aufgabe haben wir sehr unterschiedlich gemeistert.
Die Tiere spüren, ob es einem Ernst ist und lassen sich nicht von Äußerlichkeiten manipulieren. Also doch ein Pferd auf den Flur … an dem jeder erst vorbei muss!

Pferde sind sehr sensibel mit einem feinen Gespür für psychische Störungen.
Frau Kaeller´s Pferde gehen bei einem Narzissten keinen Schritt. Toll für A…löcher und Egoisten, die werden sofort entlarvt, wie praktisch.
Auch das Thema Führung wurde sehr plausibel visualisiert, wir haben es gefilmt.
Wer nimmt das Pferd an die kurze Leine, lange Leine …keine Leine… sondern über ein Gespräch die Verbindung herstellen, es läuft dann fast von allein hinterher.

Bei der Teamübung sollten wir ein Pferd unserer Wahl durch einen Parcours führen, auch über einen See (blaues Strandtuch), was die Pferde wohl ungern tun.
So richtige Teamarbeit war es nicht, aber auch diese Herausforderung haben wir geschafft.

Danach Videoauswertung: Immer wieder sehr sinnvoll, es geht auch ohne Worte.
Da ich vor diesen großen Tieren, Stockmaß über 1,80m, mehr als Respekt hatte, war meine Körpersprache bei der zweiten Übung noch recht bescheiden.
Die späteren Übungen sahen dann wieder professionell aus, ich wusste…nettes Pferd, hat mich nicht gebissen…..und alles ging leicht.

Fazit für mich: Schuster bleib bei deinen Leisten! Ich werde mich auch weiterhin auf mein Basiswissen beschränken, es vertiefen und authentisch bleiben.
Als Eheberaterin zum Beispiel, würde ich auch eine komische Figur abgeben und mit welchem Recht  sollte ich auf die Gleichwürdigkeit im Gespräch hinweisen.

Nach kurzem Erfahrungsaustausch ging es in Richtung Heimat.
Auch an diesem Tag sind wir hervorragend verpflegt worden. Wenn die Kekse schmecken, bekommt der Trainer eine gute Beurteilung…wir hatten Belgische Waffeln und ein leckeres Mittagessen; damit ist alles gesagt.
Vielen Dank an Frau Kaeller für das gute Programm all incl.

Dieser Erlebnisbericht erfolgt ohne Gewähr und ist subjektiv durch meine kunterbunte Lebensbrille gesehen und aufgeschrieben worden.

Iris Friese

Nächstes Treffen am 01. und 02.09.2009

Wichtiges zum Outdoor-Training nach J. Strasmann(2000)

10 Erfolgsfaktoren:     Das Geheimnisvolle des Unbekannten
Lernen mit Herz, Kopf und Hand
Der Weg ist das Ziel
4-Phasen Zyklus Lernprozess(Aufbrechen, Bewegen, Erproben, Stabilisieren
Überall ist hier und jetzt
Schaffung optimalen Lernraums
Erkenne dich selbst
Im Körpergedächtnis Speichern
Aus Fehlern lernen macht Spaß
Energiespender Natur

Vorteile des Outdoor-Trainings
1.    Reale Aufgabenstellung
2.    Stimulierung der Kreativität durch die Natur
3.    Learning by doing
4.    Schnelleres Lösen verhärteter Strukturen durch die Distanz zum Alltag, das Erleben und die Reflexion
5.    Innerliche und äußerliche Anpassung an veränderte Wetterbedingungen
6.    Einzelne TN könne sich nicht so leicht entziehen

Nachteile
1.    Eher kostenintensiv
2.    Eventuelle Überforderung der TN mit Transferleistung.

Fazit: Outdoor-Training
ist geeignet zur Qualifizierung und kann eine Erhöhung der Motivation von Mitarbeiter zur Folge haben

fördert die Identifikation von Mitarbeitern mit Arbeitsgruppe und Unternehmen und trägt zur Integration von Mitarbeitern bei. (Müller,W,2002)

Pferde als Co-Coach …aus dem Script

  • Pferde sind und waren treue Begleiter des Menschen.

Sie waren dabei, wenn Menschen Großes geleistet haben. Kaum Herrscher, die nicht als   Reiter verewigt wurden.

  • Pferde sind hochsensibel. Sie achten auf kleinste Details im Verhalten
  • Sie setzen auf Authentizität, Klarheit, Vertrauen, Respekt und Wertschätzung

-    Erfolgsfaktoren für sinnzentriertes Führen

  • Pferde decken Widersprüchlichkeiten im menschlichen Verhalten auf und machen sich somit  zum “Best of Coaches“ für Führungsverhalten.
  • Feedback non verbal, unmittelbar