1.Tag im Seminarhaus Löllinghaus/Sauerland

„Lebendiges lernen“ war eines unserer Themen.
So haben wir bereits die Vorstellungsrunde für eine Kreativitätsübung genutzt.
Die Aufgabe bestand darin, zunächst seinen Namen mittig und senkrecht auf ein Din A4 Blatt zu schreiben. Danach haben die Teilnehmer stichwortartig Informationen zu ihrer Person, ihrem Leben, beruflichem und privatem Umfeld auf dem Blatt verteilt.
Im Ansatz wie bei einem Mind Map, sollte hier „Clustering“ zum Einsatz kommen.
Dabei können die Buchstaben eine Hilfestellung sein, um Assoziationen zu fördern.
Es sollen Ideen und Gedankengänge frei zu Papier gebracht werden.
Ziel ist es, das Blatt so mit Leben zu füllen, dass jemand anderes den Teilnehmer vorstellen kann.

Clustering
Das englische Wort “cluster“ heißt übersetzt „Gruppe, Haufen, Anhäufung“.
Es ist eine Abwandlung des Brainstormings, die das kreative Schreiben fördert.
Im Focus steht ein Wort in der Mitte des Blattes. Umrahmen Sie dieses Wort oder die Formulierung und beginnen Sie den kreativen Prozess, indem Sie spontan und ohne gedankliche Beschränkungen alle Dinge notieren, die Ihnen zu dem Kernbegriff einfallen.
Halten Sie alles fest, was Ihnen in den Sinn kommt: einzelne Wörter, Gedanken, Gefühle, Satzteile, Zitate, Bilder, Personen.
Clustering ist eine reine Assoziationstechnik, also im Ergebnis ehrlich und emotionaler als ein logisch aufeinander aufbauendes Mind Map.

Nach 5-8 Minuten geben Sie Ihr Namensblatt weiter.
Danach folgt die Vorstellung des Kollegen und in unserem Fall waren die Informationen sehr unterschiedlich , im Übrigen musste der Vorstellende auch noch spontan einen ansprechenden Text formulieren, was eine zusätzliche Herausforderung war…
Eines haben wir alle gern getan „Herzlich Willkommen…“ war ein schöner Einstieg.

Weiter ging es mit dem freien Assoziieren

„Speed Thinking“ hieß die nächste Übung
Hier gab es verschiedenste Bilder zur Auswahl, vom Segelschiff, über eine offene Tür, Baum, Erdmännchen, Auto, Sport, Tomate, ein Fluss – für jeden etwas.
Dadurch, dass jeder Teilnehmer sich ein Motiv auswählt, welches ihm gefällt, herrscht eine positive, gespannte Atmosphäre. Wozu ist das gut???…hab ich mal überhört.
Auf ein Din A3 Blatt geklebt mit viel Raum für Worte und Ideen ging es los.
Jeder notierte, was ihm spontan einfällt, es gab nur 20 Sekunden Zeit, dann wurde das Blatt an den Nachbarn weitergereicht. Usw…
Es entsteht eine tolle, umfangreiche Sammlung von Gedanken, mit denen man an beliebigen Themen weiter arbeiten kann.
Wichtig: das Thema möglichst nicht vorher bekannt geben, damit die Ideen ungehindert sprudeln können.

Dies sollte Teil einer Bisoziationsübung sein, zu der wir leider keine Zeit mehr hatten.

„ Bisoziation“…nur kurz

Die Effektivität dieser Kreativitätstechnik beruht vor allem darauf, dass der Mensch gezwungen wird, ausgetretene Denkpfade zu verlassen und Verbindungen zwischen scheinbar voneinander unabhängigen Themen herzustellen.
Im Gegensatz zur Assoziation, bei der sich Gedanken in einem Bezugsrahmen bewegen, verknüpfen sich bei der Bisoziation willkürliche oder gegensätzliche Denkdimensionen, die zu völlig neuartigen, zuvor „undenkbaren“ Lösungswegen führen.

Vorgehensweise
- Problemstellung (schon länger bekannt…oder nur Moderator)
- Freie Assoziation
- Herstellung von Analogien
- Auswertung und Transfer

Wichtig…… damit Kreative Teams auch Unmögliches erreichen:

- Sind die Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens?
- Haben Sie verschiedene Altersgruppen dabei?
- Sind die Teilnehmer ausgeglichen und humorvoll?
- Sind Fachleute dabei?
- Verfügen wenigstens einige der Teilnehmer über eine umfangreiche Allgemeinbildung?
- Sind die Teilnehmer unterschiedlich lange in dem Unternehmen beschäftigt?
- Können die Teilnehmer ihr Hierachiedenken für diese Sitzung an die Seite stellen?
- Haben die Teilnehmer eine gemeinsame Sprache….
- Besitzt einer der Teilnehmer eine Moderationsausbildung?

Die 11 Grundlagen der Kreativität

- Geistige Beweglichkeit
- Aktives Problembewusstsein
- Mut… „Dem Mutigen gehört die Welt“
- Allgemeinwissen
- Fachwissen
- Humor
- Sicherheit… gute Atmosphäre, keine negativen Konsequenzen!!!
- Freiheit… Zeit und Mittel
- Körperliche und geistige Fitness
- Lebenserfahrung
- Selbstvertrauen

Es gibt auch Kreativitätskiller
Schlafmangel, Angst, Denkverbote, Zeitdruck, Aggressivität, Perfektionismus oder die falsche Technik.
Herzlich bedanken möchte ich mich bei Herrn Behrendt, der uns in einer Stunde einen sehr informativen Einblick in einen strukturierten Ablauf einer Problemanalyse gab.
Für Teams mit konkreter Problemstellung, wie auch für Einzel Coachings sinnvoll einsetzbar.
Vielen Dank dafür!
Die Unterlagen dazu wird er uns zumailen.

Nach der Mittagspause ging es weiter.
Lebendig lernen war das Thema einer „ Brainwriting Übung“

Hier hat jeder für sich auf Moderationskarten notiert, was für ihn zum lebendigen Lernen gehört. ca.10 Minuten
Danach haben wir die Karten an der Stellwand gesammelt und Doppelnennungen aussortiert.

Das Brainwriting hat den Vorteil, dass auch introvertierte Teilnehmer ohne Scheu mitmachen, weil sie keinen Spott fürchten müssen.
Übrigens auch über längere Zeiträume durchführbar, z.B. als Heft mit Fragestellungen, das mit nach Hause genommen werden kann.
Oft kommen Gedankenblitze ja in Entspannungsphasen.

Jetzt sollte jeder für sich die Notizen aller Teilnehmer in Ruhe durchgehen, um Dinge und Ideen für mehr Lebendigkeit zu finden, die er selber gerne verbessern möchte.
Ich freue mich, dass einige diese Möglichkeit genutzt haben.

Lebendiges Lernen….das haben wir gesammelt:
Wachstum, mit allen Sinnen arbeiten, abwechslungsreich, spielerisch, interessant, Spaß,
Try & Error, Wissen, Methoden, Nachsicht, Respekt, wollen, können, praxistauglich, Umsicht,
unterschiedliche Räumlichkeiten, Situationen, Sinnhaftigkeit, Bewegung, Mut, Offenheit, Aktivität, lösungsorientiert, Erfahrungsaustausch, Spannung, Spiele, Musik, Weitsicht, Leichtigkeit, Emotion, Platz, Gehirn gerecht, Humor, Spontanität, ganz praktisch, Medienvielfalt, Outdoor, persönlicher Zugang, Vertrauen aufbauen, Abwechslung, Versuch macht klug, Mitmachen – nicht konsumieren, Interaktion, Lachen, Freude, Eigenerfahrung, Wissen erfahren, fühlen, riechen, schmecken, Kreativität, Zeit, Inhalte abstimmen, Motivation, Methodenwechsel, Neues erfahren, anregend, frei sein, Zielgruppen gerecht, Gelerntes erleben, vernetztes Denken, Blickkontakt, Neugier, Erfolge, Ziele, SMART,
Bezug zur Praxis, Räume, Bedürfnisse, voneinander lernen, Bedarfs orientiert, greifen, Lernniveau beachten, Sinn und Bedeutung klären, Straßen des Lernens, erfinden, farbenfroh, hören, Lust, Sehen, Raum und Freiheit auch anderes zu bearbeiten – trotzdem mit Ziel,
aktiv vom Wissen zum Handeln kommen, entsprechend vorhandener Fähigkeiten, erleben,
lernen in der Gruppe, Lernorte gestalten, Entspannung, Action, (unnütze Dinge) vergessen,
Klare Anweisungen, Freiwilligkeit, learning by doing, ungezwungen, vielseitig, spielerisch, Gruppendynamisch, miteinander lernen, Material, Neues, Bilder, Menschen, Worte….
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Kleine Übung:
Da ist einiges zusammen gekommen….vielleicht nutzen Sie die Gelegenheit und lesen mit Textmarker…..Grün – für die Dinge, die für Sie selbstverständlich sind
Gelb – für Dinge, die Sie verbessern möchten
Blau – für Dinge, die Sie den Teilnehmern erklären möchten usw.
Da bei Kreativitätstechniken einige Teilnehmer erst locker werden müssen und es ungeübten oft schwer fällt, sollte auch diese Übung einen Wissenspool darstellen, der für die nächste Übung zu nutzen war.

Die „ABC Liste“…..mein Favorit, wenn es um das Sammeln von Ideen zu einem Thema geht.

Also flugs ABC Listen verteilt und in die großen staunenden Augen geschaut, was sollen wir damit machen??
A anfangen
B bearbeiten
C creativ sein
D denken….. so in der Art zum Thema Kreativitätstechniken
Aber bitte ganz locker, nutzen Sie erst die Analogien und Assoziationen, die in Ihnen stecken, Sachverhalte, die für Sie zusammen gehören.
Nicht krampfhaft von A bis Z durcharbeiten, sondern das ganze Blatt nutzen.
Hinterher können Sie versuchen, Lücken zu füllen und bei dem themenzentrierten Durchforsten Ihres persönlichen Wissens findet sich bestimmt noch einiges.

Vorgehensweise: Jeder für sich, mindestens ca. 10 Minuten
Danach sollte die Flip Chart ABC Liste ergänzt werden, um wieder einen großen Fundus zu dem Thema aufzubauen.
Mit einer gut gefüllten ABC Liste können Sie an verschiedensten Fragestellungen zu dem Thema weiterarbeiten, ohne immer wieder neue Mind Maps zu erstellen.

Es fanden sich verschiedenste Methoden von Kreativitätstechniken, persönliche und räumliche Voraussetzungen und vieles mehr.

Ein weiteres Thema an den zwei Tagen, war ein toll gestalteter Vortrag über
„Suggestopädie“ von meiner lieben und geschätzten Kollegin Monika Bone (www.monika-bone.de).
In kleinen Übungen konnten wir uns einbringen und hatten viel Freude an dem miteinander Lernen. Wir haben über Lernen mit Ankerphasen und Musik etwas gehört.
Eine Prozesskette mit den Teilnehmern gebildet, selbst erfahren, dass Fehler oft erst nach dem Entstehen entdeckt werden…. wie im richtigen Leben.
Den Gordischen Knoten ohne mogeln gelöst…vielen Dank an Frau Gausemeier für diese Übung.
Wir haben einige Kollegen ein Suggestopädie-Lied singen hören und unsere Kreativität sprudelte nur so….es war unglaublich.
Unsere Neugier ist geweckt und ich weiß, dass manche Teilnehmer bereits in diesem Jahr an dem Suggestopädie Kongress teilnehmen werden.
Vielen Dank dafür.
Freizeitprogramm
Der Tisch ist gedecktAn unserem gemeinsamen Abend ging das kreative Miteinander weiter.
Im Seminarhaus Löllinghaus hatten wir einen Kochkurs gebucht.

Frau Fleischmann hat uns in kleine Gruppen aufgeteilt und jeder bekam etwas zu tun.
Auf diese Weise konnten wir uns in neuem Kontext noch besser kennenlernen und es hat uns noch mehr zusammen geschweißt.
Eine schöne Erfahrung, dass wir immer weiter voneinander lernen und gemeinsam wachsen.

Hungrig und zufrieden, erfreute uns als Vorspeise eine gefüllte Avocado mit Tomate garniert an Gamba-Spiess.
Als Hauptgang ein sehr leckerer Salat, mit Champignons, Lollo Rosso und Feldsalat mit einer noch leckeren Vinaigrette …..Hirschbirnenessig, Rapsöl, Senf, frische Chilis, Pfeffer und Salz haben uns ordentlich eingeheizt.
Danach gefüllte Kartoffeln mit Putenschnitzel im Seranoschinkenmantel.
Und als Krönung…. ein vom Chef selbst gerührter Karamellflammerie mit Sahne.

Ich glaube, irgendwo waren Kichererbsen drin, wir haben herzhaft gelacht.
Es war ein toller Abend mit Euch vielen Dank.

2.Tag

Gut gelaunt sind wir wieder in den Tag gestartet.

Als erstes stand ein „Wertschätzendes Interview“ auf unserem Plan.

Wir haben es in 3er Gruppen durchgeführt und noch einiges Neues über unsere Kollegen erfahren.
Es eignet sich auch im Einzelchoaching, um eine positive Stimmung zu erzeugen und Selbstvertrauen zu vermitteln.

Hinterher standen Fallsupervisionen an.

Teilgenommen und uns bereichert haben diesmal:
Sabine Gausemeier
Jürgen Bittner
Ede Schneider
Wolfgang Behrendt
Günter Herrman
Betina Hubrich
Dr. Walter Spreckelmeyer
Stefan Klothmann
Markus Classen
Iris Friese

Quellen und Buchtipps:
Jiri Scherer „Kreativitätstechniken“ Gabal Verlag
„Das große Buch der Kreativitätstechniken“ Compactverlag
Vera F. Birkenbihl „Birkenbihl on Management – Irren ist menschlich managen auch“…..
Econ bzw.Ullsteinverlag

Zauberwelt der Suggestopädie: Ein innovativer Ansatz für Ihr Businesstraining
Zamyat M.Klein Manager Seminare ……ein Tipp von Frau Bone

Als Schlusswort möchte ich noch festhalten, dass wir im Business jetzt mehr von Humor und Freude sprechen und nicht mehr von diesem anzüglichen und unheimlichen Spaß….danke für die Diskussion.

Als kleinen Denkanstoß möchte ich Euch noch etwas mit auf den Weg geben.
Kreativität hat auch viel mit Übung, Offenheit und Vertrauen zu tun.
Gerade sehr strukturierten Persönlichkeiten fällt es nicht leicht, loszulassen und neue, andere Wege zu gehen.
Wer gewöhnt ist, alles erklärt zu bekommen, auch Sinn und Zweck einer Übung vorher zu erfahren, wird es uns nicht leicht machen.
Diese große Denkfreiheit, nämlich Dinge erst einmal einfach zu tun, spontan, ohne Sinnhaftigkeit, ohne Einschränkungen, nur mit dem Vertrauen um das Fachwissen eines
Trainers / Moderators/ Coaches oder irgendjemand anderes, wird den einen oder anderen Teilnehmer erst mal verunsichern. Macht Nichts…Augen zu und durch.
In der geistigen, kreativen Freiheit ist weniger mehr.
Kein Gartenzaun, kein Tellerrand, keine Erklärungen im Vorfeld.

Ich bedanke mich für die humorvolle Zusammenarbeit und hatte viel Freude daran.
Bis bald.

Iris Friese